von Wilfried Kuhse

Kalte Zeit

Ein Tag in der Stadt wie immer beginnt,

am frühen Morgen die Stunde verrinnt,

das Bild vom Ich im Spiegel zu sehen,

zu heiß der Kaffee beim hinausgehen,

Menschen stehen wartend an der Ecke,

ein Bettler kommt gehüllt in einer Decke,

der fragende Blick ohne Hoffnung getan,

gehört er mit zu dem alltäglichen Wahn,

die Welt verschenkt keine Gefühle mehr

Wünsche verlaufen sich ohne Wiederkehr,

Autohupen und Sirenengeheul zu hören,

böse Blicke ein kleines Lächeln zerstören,

wildes Lachen oder doch schriller Schrei,

keiner will es wissen und ist doch dabei,

für Gespräche fehlt der Wille und die Zeit,

zu wenig Zukunft für eine Vergangenheit,

schnelles Leben verhindert einen Traum,

Technik und Wahnsinn hat zu viel Raum,

verlorenes Glück bringt die Seele in Not,

der letzte Ausweg ist ein überfülltes Boot,

die Flucht aus der Gegenwart als Versuch,

für ein neues Paradies gibt es kein Buch..

W.Kuhse

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